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Monika

Ich bin Monika, geb. im Jahr 1972. 

Als Großfamilien-Mutter mit 5 Kindern und einen Mann ;-) habe ich sehr lange Zeit nicht auf mich und meinen Körper geachtet. Man wächst in seine Körperform. 

Die Folge kennt jeder Betroffene: Übergewicht! 

Mit einem Höchstgewicht von 145 kg und kleinere Nebenwirkungen habe ich die Notbremse gezogen und gesagt:  ''Es reicht so kann und darf es nicht weitergehen.'' 

Über Bekannte und Freunde habe ich dann von der SHG-Borken erfahren. 
Ich habe den Weg über die Ernährungsärztin gewählt und nach etwa 1,5 Jahren Vorbereitung mich dazu entschlossen mich operieren zu lassen. 

Im August 2014 war es dann soweit. Mein RY-Bypass wurde nun eingerichtet und mein neues Leben beginnt. Ja schon, nur nicht so, wie ich dachte!
 
Denkste! Nach 2 Tagen: Not-Op, denn es war eine Naht undicht! Klasse!
 
Bei einer Chance von 0.7 % für Komplikationen war ich die Glückliche und habe dann auch mal eben alle Nebenwirkungen mitgenommen. 

Wenn, dann mache ich es auch richtig! Als dann noch eine Wundheilungsstörung dazu kam,wurde aus meinen 3-4 Tagen Krankenhaus Aufenthalt... 3 Wochen
 
Aber ich habe diesen Schritt nie bereut! 

Ab da ging es in kleinen Schritten vorwärts. 

Ich habe mein ganzes Leben umgekrempelt. 

Wo früher die Kinder und der Mann an erster Stellen standen, stehe ich jetzt. 

Nach einer Abnahme von 60 kg bin ich viel agiler, unternehmungslustiger und engagiere mich in einigen Ehrenämtern die mir sehr viel Freude machen. 

Ich kann nur sagen: 

Das war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe!

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Elisa

Ich bin Elisa, geboren 1988 und werde dieses Jahr 30 Jahre alt.

Eigentlich war ich gefühlt immer schon sehr kräftig gebaut, Erinnerungen, das es als Kleinkind anders war, habe ich so nicht mehr. Allein ein Bild wo ich 5 oder 6 Jahre alt war zeigt, dass ich tatsächlich mal Röcke und Kleidchen tragen konnte.

Eigentlich war ich als Teenie auch immer sehr viel unterwegs und kein Stubenhocker. Aber unregelmäßiges und ungesundes Essen machten dies nicht besser. Mit 14 bekam ich meine erste Reha. Ich kam in eine Klinik im Allgäu und sollte hier lernen mich gesund zu ernähren, mich sportlich zu betätigen und nahm auch dort in 8 Wochen 15 Kg ab. Gestartet war ich allerdings damals schon mit 105kg!

Der Erfolg blieb nicht lang, sodass ich nach einem halben Jahr alles wieder drauf hatte plus ein paar Bonuskilos. Damit begann meine Abnehmspirale sich zu drehen. Es folgten mehrere Jahre von Diäten und Jojo-Effekten.

Anfang 20 habe ich dann schon einmal drüber nachgedacht, mich einer Magenverkleinerung zu unterziehen, habe den Gedanken aber wieder verworfen und habe noch einmal so durchstarten wollen und scheiterte....erneut.

Als ich dann jedoch mitten in meiner Ausbildung 2016 2 Monate wegen chronischen Rückenbeschwerden beruflich ausfiel, dann auch noch 3 Wochen in Reha musste, habe ich mir geschworen, das es so nicht weitergehen kann. Ich hatte mittlerweile ein Kampfgewicht von 153kg bei 172cm Körpergröße! Sehr verletzt hat mich damals der Satz meines Orthopäden der da lautete "Sie müssen in ein offenes MRT, denn fürs normale sind Sie viel zu dick, da passen Sie niemals rein!"

Es hat mich fassungslos gemacht wie er mit mir sprach, aber irgendwas passierte dann in mir. Ich hab mich hingesetzt und habe, nachdem ich mich dann wieder gefangen hatte, nach Selbsthilfegruppen gesucht. Die erste die ich besuchte, war so gar nicht mein Fall, alles sehr erdrückend, sehr depressive Stimmung.

Doch dann fand ich die Adipositas SHG in Borken und bin dort mit strahlenden Gesichtern und offenen Armen empfangen worden. Ich saugte jedes Gespräch, jeden Vortrag und jede noch so kleine Info auf wie ein Schwamm und bin dann im Januar 2017 mit meinem Multimordalen Konzept gestartet und habe den ersten Schritt in Richtung Schlauchmagen und neues Leben gemacht.

Das halbe Jahr in dem ich mit Ernährungsberatung lernte, mein Essverhalten zu ändern ging so schnell um das ich dann auch schon im Juni 2017 meinen Antrag auf Kostenübernahme für die Schlauchmagen OP bei meiner Krankenkasse einreichte. Gott, was kam mir die Wartezeit ewig vor. Auch hier hat mir die Gruppe immer geduldig zugehört auch wenn ich zum x-ten Male sagte, das ich es nicht mehr ertrage zu warten :-)

Egal wie oft etwas immer und immer wieder angesprochen wurde, keiner wird hier in der Gruppe abgelehnt! Jeder darf, kann und soll so sein wie er eben ist. Ohne Vorurteile. Einfach Mensch.

Meine Zusage kam dann relativ zügig, sodass ich dann im Juli 2017 meinen Schlauchmagen bekam. Mit dem halben Jahr Vorbereitung waren auch schon die ersten 20kg von dannen gezogen.

Ich merkte und merke auch heute, 11 Monate post OP, wie mit jedem schwindenden Kilo, meine Lebensqualität, mein Selbstwertgefühl, mein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein steigt. Immerhin habe ich mich fast halbiert bis heute.

Ich hatte vorher chronische Rückenschmerze, Knieschmerzen, Kurzatmigkeit, Bluthochdruck (musste Medikamente nehmen). Alles ist nun weg, sodass mein Hausarzt an mir, zumindest nicht mehr als Chroniker, was verdient. :-)

Für mich war es die Beste Entscheidung meines Lebens. Und ohne den Rückhalt und der Unterstützung der Adipositas Selbsthilfegruppe, wäre mir der Weg wohl nicht so leicht gefallen, bzw. wäre ich ihn wahrscheinlich nicht einmal zu Ende gegangen.

Ich hatte mir als Ziel gesetzt, das ich es schaffen will, bis ich 30 Jahre alt werde, schlank zu sein. Viele fanden es damals utopisch. Aber ich habe es für mich bis jetzt erreicht und das noch lang vor meinem Geburtstag. Alles hat sich einfach geändert, viele werden auch mit Euren Veränderungen nicht zurechtkommen, da man eben nicht mehr so funktioniert, wie es das Umfeld gewohnt war.

Ich habe meinen angefutterten Panzer abgeworfen und war und bin auch noch heute dadurch vielleicht verletzlicher, aber genauso wie es dauerte, sich einen Schutzpanzer anzufuttern, braucht eben auch der Kopf und das Selbstbewusstsein, um sich wieder aufzurichten um einen zu schützen. Auch hier bin ich der Gruppe so dankbar, dass sie mich unendliche Male aufgefangen hat, weil ich nicht wusste, wie ich ohne Schutzpanzer alles meistern soll.

Der erste Schritt ist immer zu sehen, dass man was ändern muss und keine Ausreden mehr für sein Verhalten sucht. Gemeinsam sind wir stark und Hilfe zur Selbsthilfe bekommt man gerade hier in der SHG Kiloweise. :-)

Elisa, Juni 2018

 

 

 

Michael

Mein Name ist Michael, ich bin 1974 geboren. Schon von Kindestagen an war ich ein wenig pummelig, habe aber im Teenageralter trotzdem aktiv Tischtennis im Verein gespielt und war auch sonst nicht sonderlich unsportlich.

Leider änderte das sich in der Mitte meiner zwanziger Jahre. Ich wurde immer dicker. Das Essen machte halt Spaß und meine Hobbies, Bücher und Computer, und mein Bürojob haben mit Sicherheit ihren Anteil daran, dass der Umfang immer größer wurde. Hinzu kam der berufliche Stress mit Überstunden und Wochenendarbeit. Da blieb keine Zeit für gesunde Ernährung, Unmengen an Fastfood und vor allem Energydrinks in rauen Mengen taten ihr übriges dazu. So stieg mein Gewicht innerhalb von fünfzehn Jahren auf rund 200kg. 

Ich zog mich in dieser Zeit immer mehr aus dem Bekanntenkreis und der Öffentlichkeit zurück. Früher war ich ein begeisterter Kinogänger und im Sommer war ich immer im Schwimmbad. Aber mit jedem Kilo mehr spürte ich natürlich auch, dass die gesellschaftliche Akzeptanz, um es mal freundlich auszudrücken, gegenüber meiner Figur rasant schwand. Und die Vorurteile, die wir alle kennen, kam dann noch hinzu: Faulheit, nicht belastbar, selber Schuld usw.

Natürlich nervte mich mein Gewicht. Nicht nur die körperlichen Sachen wie extreme Kurzatmigkeit, ein ständig schmerzender Rücken, extreme Wassereinlagerungen in den Beinen. Auch die Einschränkungen, die es mit sich brachte. Das Laufen und Treppensteigen wurden zur Qual, ich machte regelmäßig Stühle, Betten und Toilettensitze kaputt. Aber ich habe keinen Lösungsweg gefunden. Diäten habe ich noch und nöcher gemacht, der Jojoeffekt hat immer wieder alles rückgängig gemacht. Mittlerweile habe ich mich in meinem Schicksal ergeben und den Frust mit noch mehr Essen begraben. Hat natürlich nicht funktioniert.

Anfang 2017 hat mein Körper dann die Notbremse gezogen. Die Lunge hatte einfach nicht mehr genug Platz und hinzu kam noch eine Lungenentzündung. Ich fiel ins Koma. Nach einer dreizehnwöchigen Odyssee in diversen Kliniken und Reha-Maßnahmen konnte ich endlich wieder nach Hause. Mit 52kg weniger auf den Rippen. Nein, ich habe kein Fett absaugen lassen und ich habe auch keine bariatrische Operation durchführen lassen. Aber ich habe in der ganzen Zeit einfach viel Wasser und Fett verloren, denn das Krankenhausessen war ungeniessbar und wenn man dreizehn Wochen sich freiwillig von einem Brühwürstchen und einem trockenen Brötchen ernährt... 

Zum Glück bin ich kurz vor dem Zusammenbruch auf die Borkener Adipositas-Selbsthilfegruppe aufmerksam geworden. Nicht nur, dass ich dort endlich wieder unbeschwert unter Leute gehen kann, dort bekomme ich auch als jemand, der sich nicht einer Magenoperation unterziehen will, fundierte Informationen und Hilfe. Dort habe ich auch meine neue Hausärztin kennengelernt, die im Herbst 2017 dort einen Vortrag gehalten hat. Sie ist Ernährungsmedizinerin und kann mit Adipositas-Patienten ganz anders umgehen. Sie hat Ende 2017 eine Reha-Sportgruppe für Adipositas-Patienten ins Leben gerufen und dort treibe ich jetzt jeden Mittwoch Sport, auf mich und meine Möglichkeiten angepasst. Hätte ich die Adipostias-Selbsthilfegruppe Borken nicht kennengelernt, ich hätte alle positiven Dinge, wie den Reha-Sport, wie die Ergo-Therapie, wie die Ernährungsberatung etc. alles nicht kennen- und nutzengelernt, weil mir einfach die Informationen über meine Möglichkeiten gefehlt hätten. Im Internet wird viel dummes, falsches und manipulatives für dicke Menschen geschrieben, die Infos von dort zu kanalisieren und zu bewerten, auch dafür ist die ASHG Borken sehr gut geeignet.

Nun, im Frühjahr 2018 bin ich auf einem sehr guten Weg, denken ich. Seit über einem Jahr esse ich kein Süßkram mehr, verzichte auf zuckerhaltige und kalorienhaltige Getränke und treibe halt einmal die Woche Sport und achte auch darauf, was und in welcher Menge ich wann esse. Dabei verzichte ich auf kaum was, es geht aber trotzdem. Meine Kurzatmigkeit ist verschwunden, der dauernde Husten auch. Spazierengehen ist ohne Probleme wieder möglich und Rückenschmerzen habe ich höchsten nur mal dann, wenn ich zu lange herumgelegen habe. Ich gehe wieder unter die Leute, verstecke mich nicht mehr zuhause, kurz: Mein ganzes Lebensgefühl hat sich um einhundert Prozent verbessert. Und das dies so ist, habe ich zu einem großen Teil auch der Gemeinschaft der ASHG Borken zu verdanken. Ich bin wirklich froh, und würde einem Gott dafür danken, wenn ich an sowas glauben würde, dass ich damals, vor einem Jahr, den Mut dazu gefunden habe, mal an einem dieser Abende teilzunehmen. Und glaubt mir, ich habe lange gezaudert. Aber alle Bedenken haben sich als Grundlos herausgestellt.

Michael, im Februar 2018

Update Februar 2020. Mittlerweile bin ich von 225 auf 132kg herunter. Konventionell "nur" durch Sport und Ernährungsumstellung. Im März wird mir endlich die lästige Fettschürze operativ entfernt. 

Update April 2020: 128kg. OP wegen Corona verschoben...

Update Juni 2020: OP erfolgreich durchgeführt, alles gut verlaufen, auch die anschliessende Heilung. Kein Hängebauch mehr. Aktuelles Gewicht: 125kg. Damit habe ich bis dato exakt 100kg konventionell abgenommen.

 

 

 

Marita

Hallo, ich bin Marita, werde 64 und bin seit vielen Jahrzehnten mehr oder weniger adipös. Wie viele andere Leidensgenossen habe ich unzählige Diäten mitgemacht, die Ernährung umgestellt, was alles mehr, oder meistens weniger erfolgreich war. Nach Abnehmerfolgen kam der sogenannte Jojoeffekt, das heißt, ca. 20 Kilo abgenommen und 25 kg wieder zugenommen. 

Ich habe mich aber ganz gut mit meiner Situation abgefunden, war immer schick gekleidet und selten mal Mobbing ausgesetzt. Gesundheitlich ging es mir natürlich immer schlechter, ich bekam leichten Diabetes Typ II, den ich aber mit einer Ernährungsumstellung im Griff hatte und keine Medikamente nehmen musste. Dafür waren meine Cholesterinwerte schlecht, mein Kreislauf nicht besonders stabil und ich musste täglich viele Medikamente einnehmen. 

Mein Asthma machte mir mit jeder Gewichtszunahme immer mehr zu schaffen und nachts musste ich ein Gerät zur Atemunterstützung benutzen, ein sogenanntes CPAP-Gerät, da ich bis zu 80 Aussetzer pro Stunde hatte, wie in einer Lungenklinik festgestellt wurde. Immer wieder kam der Hinweis, „Sie müssen abnehmen“, aber es gab keine Hilfsangebote.

Im November 2016 ging mein Mann in den Ruhestand und wir zogen ins Münsterland. Wir machten weiter tolle Reisen, aber von vielen kam ich krank zurück, da ich von Kindheit an mehrfach im Jahr eine Bronchitis bekam. Im Mai 2017 erwischte mich diese besonders schlimm und ich musste erst in eine Lungenklinik, und dann weiter in eine andere Klinik für eine Thorax-OP, weil mir nur mit Medikamenten nicht mehr zu helfen war. Als ich entlassen wurde, benötigte ich permanent Sauerstoff und ging fast nur noch mit einem Rollator außer Haus. In der Klinik wurde ich darauf hingewiesen, ob nicht eine Magenverkleinerung für mich angebracht wäre und ich informierte mich sehr genau zu diesem Thema.

Während der Vorbereitungen hierzu stieß ich auf die Adipositas-Selbsthilfegruppe in Borken und lernte Monika Veer und viele andere kennen, die entweder bereits operiert waren, auf eine OP warteten, oder nur aus Interesse in der Gruppe sind. Jeden 2. Mittwoch im Monat treffen wir uns dort, mal zu offenen Runden, mal zu Vorträgen von Fachleuten, wie Chirurgen, Ernährungsmediziner, Ernährungsberaterinnen usw. 

Im Dezember 2017 wurde ich am Magen operiert und mit einem Gewicht von 150 kg aus der Klinik entlassen. In einer sogenannten Bypass-OP wurde mein Magen verkleinert und mein neues Leben konnte beginnen. 

Eine Umstellung der täglichen Gewohnheiten, vor allem beim Essen, Trinken, der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, ließ mich Woche für Woche mehr und mehr Gewicht verlieren. Ich benötige keinen Sauerstoff mehr, keinen Rollator, brauche kaum noch Medikamente und konnte mein CPAP-Gerät wieder zurückgeben. 

Natürlich ist das auch der großen Gewichtsabnahme von nun 44 kg zu verdanken. Insgesamt ist mein Leben nicht mehr mit dem vor einem Jahr zu vergleichen. Außerdem gehe ich wöchentlich in eine Adipositas-Sportgruppe, wo die Anstrengung unter Gleichgesinnten viel Spaß macht und die Fitness gesteigert wird. Wenn ich dort sehe, welche Leistungen wir inzwischen vollbringen, ist bei fast allen eine enorme Leistungssteigerung zu verzeichnen. Und wir haben weiterhin viel Spaß zusammen, es haben sich Freundschaften gebildet und eine Spaziergehgruppe, die sonntags zusammen das schöne Münsterland erkundet.

Ich kann allen nur raten, erst einmal einen Schritt zu wagen, es muss keine Operation wie bei mir sein, sondern einfach seine Komfortzone zu verlassen um vielleicht mit dem Sport den Schritt in ein neues Leben einzuläuten oder sich über Möglichkeiten zu informieren. Aber auch wer sich auf eine OP vorbereiten möchte, geht in eine SHG, um wirklich auf viele Eventualitäten vorbereitet zu sein und Unterstützung zu erhalten. Denn die Fragen hören nie auf und eine SHG ist der richtige Anlaufpunkt, Antworten auf sehr viele Fragen zu erhalten.

Marita, im Januar 2019
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Christine

Mein Name ist Christine, ich bin 30 Jahre alt, verheiratet und adipös. 
Und das ist mein Weg.

Solange ich mich erinnern kann, bin ich mehr oder weniger übergewichtig gewesen. Kurz gesagt - ich kenne es also nicht anders. Das Thema Gewicht bzw. Übergewicht ist immer schon sehr präsent gewesen und somit ein großer Teil meines bisherigen Lebens.

Von ein „ bisschen moppelig“ bis stark adipös war bisher alles dabei. Momentan bin ich letzteres - mit einem BMI von 48.

Wie jeder kenne auch nicht den gehassten Jojo-Effekt. Meine Spitzenleistung mit einer Abnahme von 30kg ist ca. 6,5 Jahre her. Eine super Zeit - unter 100kg! Ich war einfach nur happy, stolz, zufrieden Ich hab zu der Zeit meinen Mann kennengelernt, war im letzten Jahr meiner 2. Ausbildung, hatte einen Job. Ich hatte nen guten Lauf. 

Das Examen stand an, auf der Arbeit gab es ein paar Ungereimtheiten, ich hatte mit immerwiederkehrenden Infektionen und Schmerzen zu kämpfen. Nahm einiges an Antibiotika zu mir. Der „Lauf“ war wohl vorbei. Nach erfolgreich abgeschlossenem Examen fiel ich erstmal in ein Loch. Alles war perfekt, Ausbildung abgeschlossen und einen Job, einen tollen Mann an meiner Seite, super Freundeskreis u. Familie usw. Aber die Ungereimtheiten bei meiner damaligen Arbeitsstelle haben mich dann doch mehr belastet, als ich mir zunächst eingestehen wollte. Bis irgendwann nichts mehr ging - ich habe mir Hilfe gesucht und diese auch bekommen. Einen super verständnisvollen Arzt und eine Therapeutin. Ich habe mich wieder nach oben gekämpft, einen neuen Job mit einem tollem Team gefunden. All das auch Dank der Unterstützung meines Mannes, meinen Freunden und meiner Familie. 

Aber eine Sache blieb auf der Strecke - mein (Über)Gewicht! Eine 5 wöchige stationäre Rehabilitationsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt Adipositas konnte mein stetig steigendes Gewicht nicht aufhalten. Frustrierend war zu dem Zeitpunkt schon, dass ich während dieser 5 Wochen nichts abgenommen habe - alle anderen schon. 

Und nun nach insgesamt 6 Jahren, steh ich wieder da - 30kg + 5 extra kg schwerer.

Nun gut, ich habe keine 6 Jahre gewartet und einfach nichts unternommen. Vor ca. 2,5 Jahren kam ich beinah an mein Startgewicht von vor 6 Jahren. Ich habe meinen behandelnden Ärzten, erzählt dass ich gerne wieder Gewicht verlieren würde und es einfach nicht (mehr) schaffe - es tut sich auf der Waage einfach nichts. Ich sag mal so, mein behandelnder Psy. war so der einzige, bei dem ich mich verstanden gefühlt habe. Wir haben ingesamt drei mal eine Umstellung der Medikationen durchgeführt - leider ohne Erfolg. Ich nehm zwar kein „hartes Zeug“ was bekannt dafür ist, das Gewicht in die Höhe zu treiben, aber absetzen ist leider auch nicht möglich. Der Versuch ging vor einiger Zeit gewaltig nach hinten los. Den „dümmsten“ Spruch von Ärzten, bei denen ich nicht mehr in Behandlung bin war: „Die einen sind halt schlank, die anderen nicht. Dann gehören Sie wohl einfach zu der zweiten Gruppe.“ und von meiner Ex-Gyn, nachdem ich sagte, ich möchte die Pille nicht mehr nehmen wollte wegen meines Übergewichts und anderer Gründe: „Andere Frauen färben sich die Haare, das ist auch ein Eingreifen in die Natur. Nehmen Sie ruhig die Pille weiter.“ 

- Echt jetzt? Ja, das war deren Ernst. Naja, das war ein kleiner Einblick in meine Klopse-Liste ;-) 

Natürlich habe ich nicht aufgeben und weiter nach kompetenter Hilfe gesucht. Da mit dem Absetzen der Pille auch meine „Männlichkeit“ wieder mehr zum Vorschein kam, suchte ich nach Ärzten, die sich damit auskennen. Nach einem halben Jahr warten, hatte ich endlich den Termin in einer „Hormon-Ambulanz“. Diagnostiziert wurde bei mir ein polycystisches Ovarialsyndrom - kurz PCOS. Die Ärztin sprach mich auf eine bariatrische Operation an. Ja ich hatte von dieser Möglichkeit gehört und tatsächlich vor etlichen Jahren mit meinem HA darüber gesprochen - das Thema wurde aber ganz schnell wieder unter den Teppich gekehrt, nachdem er mir sagte, dass das zu gefährlich sei. Die Ärztin aus der Hormonambulanz hat mich kurz aufgeklärt und diese und weitere Empfehlungen mitgegeben. Ich machte mich weiter auf die Suche und landete auf der Internetseite des Adipositas-Centrum des HJK in Münster-Hiltrup. Direkt bot man mir an, an einem sogenannten Patientenseminar teilzunehmen. Bin da gewesen und habe viel Input über das Thema Adipositas und Therapieformen bekommen - auch über Möglichkeiten der chirurgischen Interventionen. Ich wusste, wenn wirklich eine Operation nötig sein sollte, lasse ich es in diesem Zentrum machen lassen. Aber so „schnell“ kommt es nicht dazu - erstmal das MMK! Dazu wurden Adressen mit Ernährungsmedizinern und SHGruppen an die Hand gegeben. Nach ein paar Wochen und Gesprächen mit meinem Mann, habe ich in Borken angerufen. 

Und ich bin heute noch mehr als froh, dass ich diese Praxis „gewählt“ habe :-) Vorab habe ich einen ausgefüllten Fragebogen und ein Ernährungsprotokoll zur Praxis Dr. Dalhaus geschickt, danach dann der Termin. Vor dem ich wirklich aufgeregt war - was ist, wenn ich einen „über den Rüffel“ bekomme? Was erwartet mich? Wird meine Klopse Liste erweitert?

Im Nachhinein war die Nervosität völlig unbegründet - keine unpassenden Sprüche, keine Vorwürfe. Ganz im Gegenteil- so viel Verständnis und Einfühlsamkeit für Menschen/Patienten mit Adipositas - das kannte ich bisher noch nicht. 

Seit diesem Zeitpunkt unterstützt mich Dr. Laura Dalhaus auf meinem Weg. 
Nach 18 Monaten MMK mit Adipositas-Rehasport in Rhede, Ernährungsberatung, Medikamente usw. habe ich mich für eine Operation entschieden. Diese Entscheidung fiel mir nicht leicht, nicht umsonst habe ich etwas länger gebraucht als so ein manch anderer. Ich hatte auf gut Deutsch gesagt „Schiss“ davor. Und mich einfach schon zu viel informiert, dabei vor allem zu negatives gelesen. Aber vor allem durch die Unterstützung der SHG Borken, konnte ich meine Ängste und Bedenken ablegen. Alles klar, alle Gutachten abgeklappert, ab zur Krankenkasse und auf die erlösende Nachricht der Kostenübernahme warten. Ok, ich wurde mental von Dr. Laura Dalhaus auf eine Ablehnung vorbereitet. Und auch, dass man einen Widerspruch einlegen kann. Und tatsächlich- die Absage kam. Na gut, dann halt eben im 2. Anlauf. Die Praxis hatte den Widerspruch direkt fertiggestellt und ich konnte ihn nach dem Wochenende montags direkt unterschreiben. Und ab dafür. Wer jetzt denkt: „Ein Happy End, Christine hat es geschafft und wird bald operiert“ den muss ich leider enttäuschen. Und enttäuscht war natürlich auch ich! Das kann doch nicht sein, wie können die einen Menschen 2x nur nach einem Blatt Papier beurteilen? Ich bin doch kein Objekt, das einfach so „bewertet“ wird wie ein Buch oder ein Staubsauger ;-) Gott sei dank, konnte mein Mann, der übrigens noch niemals auch nur eine negative Bemerkung zu meinem Gewicht gemacht hat, mich wieder „entwüten“ ;-) 

Ich meldete mich umgehend bei Fr. Dalhaus und nach ein paar Nächten drüber schlafen, entschloss ich mich dazu, gegen die Krankenkasse und deren Ablehnung zu klagen. Mit Unterstützung von Dr. Dalhaus und RA Steffen Wünsch-Nickel. 

Mein Weg ist zu einem Leben mit mehr Gesundheit und Qualität ist somit zwar noch weiter ausgebaut worden. Aber wer so weit gekommen ist und dabei die beste Unterstützung im Gepäck hat - der schafft es auch bis zum Ende des Weges. Zwar mit Baustellen, Staus und einigen Umleitungen, aber wie heißt es so schön - der Weg ist das Ziel. 

Ich kann nur jedem anraten, sich professionelle Hilfe zu suchen, aber vor allem auch den Schritt vor die Tür zu einer SHG zu gehen. Mehr Infos, mehr Unterstützung, mehr Gleichgesinnte auf einmal-das bekommt man nirgendwo sonst.

April 2020

 

 
 

Steffi

Mein Name ist Steffi und bin 35 Jahre alt. Ich bereue den Weg, den viele bei uns in der SHG gegangen sind, bzw. gehen werden, nicht einen Tag. Es hat mir sozusagen, das Leben gerettet.

Ich habe durch Faulheit, Essen (übermäßiges und falsches), Gewohnheit, aber auch tatsächlich durch hormonelle Störungen ein „Kampfhöchstgewicht“ von 210 kg (Stand September 2018) angestaut.

Ein Zufall, ein Autokauf und ein Foto aus 2018 hat mir die Wende gebracht. Zufall: Zum Glück habe ich meine jetzige Hausärztin in diesem Jahr kennengelernt. Sie hat bei mir das PCO-Syndrom (Polyzistisches Ovulationssyndrom = Hormonstörung bei Frauen mit einem erhöhten Testosteronwert) diagnostiziert; sie ist Ernährungsmedizinerin. Zum ersten Mal wurde ich von einem Arzt wirklich ernst genommen und bekam Zustimmung, als ich nachfragte, ob man mit ärztlicher Unterstützung abnehmen könne.

Autokauf: Aufgrund eines Motorschadens bei meinem heißgeliebten Panzer (SUV) hat mir mein Onkel ein günstigeres, besseres Auto besorgt. Nachteil hier war, dass ich bin nach Heide/Schleswig-Holstein fahren musste, um es abzuholen. Ich musste mit meinem Mann zusammen mit dem IC fahren. 5 Stunden quälende Enge für mich. Das wollte ich nie wieder! 

Das Foto zum Autokauf war ein Riesenschreck für mich!

Zum ersten Mal habe ich die Wahrheit über mich gesehen. Ich habe mich vor mir selbst geekelt und war wirklich geschockt. Das war der Wendepunkt. Zack! Eine Woche später habe ich gemeinsam mit meiner Hausärztin das MMK (multimodales Konzept) gestartet. Ernährungsberatung besucht, Reha-Sport betrieben und der SHG Borken beigetreten. Sport war am Anfang nicht so einfach für mich, aber ich bin von da an gemeinsam mit meinem Mann 3 Mal pro Woche spazieren gegangen.

Dann hatte ich noch einmal Glück, da ich meinen Arbeitsplatz gewechselt habe. Mein Arbeitgeber gab mir von Anfang an die volle Unterstützung. Seitdem machte mir die Ernährungsumstellung keine Probleme mehr und selbst der Sport machte mir sogar dann Spaß.

Bis zur OP am 23.04.2019 habe ich so aus eigener Kraft rund 25 kg abgenommen. Die OP ist super verlaufen und seitdem hat mein sogenanntes „Leben 2.0“ begonnen und es ist super. Ich habe mich bis zum jetzigen Zeitpunkt halbiert (105 kg abgenommen). Jetzt kann der UHU nun kommen (unter Hundert wiegen!). Ich freu mich.

Der nächste Schritt wäre mein Wunschgewicht von 85 kg zu erreichen, dieses halten zu können und dann die überschüssige, störende Haut entfernen zu lassen. Das Abnehmen hat nicht nur meine Lebensdauer erhöht, sondern auch meine Lebensqualität. 

Eure Steffi

(Stand: Februar 2020)

 

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Version 5.1 / 2021
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